Kurz gesagt
- Blockiert Third-Party-Cookies per Default
- Pflegt eine kuratierte Blockliste bekannter Tracking-Domains (Disconnect.me-Liste)
- Der Strict-Modus blockiert auch in Seiten eingebetteten Tracking-Content und bricht dabei manche Site-Features
- Weniger aggressiv bei First-Party-Cookies als ITP, aber aggressiver beim Blockieren bekannter Tracker
Was ETP macht
Die Enhanced Tracking Protection von Firefox kommt in drei Modi:
- Standard (Default): blockiert Third-Party-Tracking-Cookies, Social-Media-Tracker, Fingerprinter, Cryptominer
- Strict: ergänzt das Blockieren bekannten Tracking-Contents (kann eingebettete Widgets brechen)
- Custom: der Nutzer wählt, welche Kategorien blockiert werden
ETP stützt sich vor allem auf die Tracking-Protection-Liste von Disconnect.me, ein Open-Source-Register von Tracker-Domains. Steht eine Domain auf der Liste, blockiert ETP sie.
Wie sich ETP von ITP unterscheidet
| ITP (Safari) | ETP (Firefox) | |
|---|---|---|
| Ansatz | Algorithmisch, gedeckelter Storage nach Nutzungsmustern | Listenbasiert, blockiert bekannte Tracker-Domains |
| Third-Party-Cookies | Blockiert | Blockiert |
| First-Party-Cookie-Limits | Ja (7 Tage, wenn per JS gesetzt) | Nein |
| Fingerprinting | Teilweise Abschwächung | Aktives Blockieren im Strict-Modus |
| CNAME-Cloaking | Erkannt und gedeckelt | Aktuell nicht adressiert |
Die praktische Erkenntnis: eine Tracking-Strategie, die ITP übersteht, übersteht meist auch ETP, aber die Fehlerbilder unterscheiden sich. Ein serverseitiger First-Party-Ansatz adressiert beide.
Was ETP bricht
Für Tracking-Systeme:
- Meta Pixel, Google Tag Manager, TikTok Pixel: alle auf der Disconnect-Liste, per Default blockiert
- Third-Party-Cookies: weg (wie bei ITP)
- Pixel-basierte Retargeting-Audiences: degradieren für Firefox-Nutzer
- Seitenübergreifende Identität: hängt von Cookies ab, die ETP blockiert
Für Nutzer:
- Eingebetteter Social-Media-Content kann im Strict-Modus brechen (Tweet-Embeds, Facebook-Kommentare)
- Seitenübergreifende Sign-in-Flows müssen eventuell die Storage Access API nutzen
Wie du ETP überlebst
Im Grunde wie bei ITP:
- Serverseitiges First-Party-Tracking: Firefox kann deine eigenen Server-zu-Server-Calls nicht blockieren
- CAPI / serverseitige Conversion-APIs: Events feuern unabhängig vom Tracking-Status des Browsers
- Third-Party-Hostnamen fürs Tracking vermeiden: alles, was auf eine Disconnect-gelistete Domain auflöst, wird blockiert
Wenn dein Tracking davon abhängt, dass connect.facebook.net im Browser lädt, wird ETP es brechen. Wenn dein Tracking zuerst durch deinen eigenen Server fließt, ist ETP unsichtbar.
Häufige Fehler
- ETP als reines Firefox-Problem behandeln, das der Browser selbst lösen soll. Firefox-Nutzer sind 5 bis 10 % des typischen Traffics und tendieren zu technischen, datenschutzbewussten Kunden, oft ein wertvolles Segment, das man genau tracken will.
- Den Strict-Modus-Fall überspringen. Der Strict-Modus ist Opt-in, aber die Verbreitung steigt. Teste dein Tracking dagegen.
- Disconnect.me-Updates ignorieren. Domains werden regelmäßig zur Liste hinzugefügt. Eine Domain, die heute sicher ist, könnte nächsten Monat blockiert sein.
FAQ zu ETP (Enhanced Tracking Protection)
Was ist ETP?
ETP (Enhanced Tracking Protection) ist das Datenschutz-Framework von Firefox. Es blockiert bekannte Tracking-Domains mithilfe der Disconnect.me-Liste, blockiert Third-Party-Cookies per Default und schwächt Fingerprinting.
Wie unterscheidet sich ETP von ITP?
ITP ist algorithmisch, es deckelt Cookie-Lebensdauern nach Nutzungsmustern. ETP ist listenbasiert, es blockiert bekannte Tracker-Domains direkt. Der praktische Effekt ist ähnlich: clientseitiges Tracking wird entfernt oder begrenzt.
Wie tracke ich Firefox-Nutzer?
Serverseitiges First-Party-Tracking. Firefox kann deine Third-Party-Skripte blockieren, aber nicht deine eigenen Server-zu-Server-Calls an die Ad-Plattformen.