Kurz gesagt
- Überträgt vier Signale: ad_storage, analytics_storage, ad_user_data, ad_personalization
- Bei verweigerter Einwilligung erhält Google weiterhin „Consent-denied-Pings“ ohne personenbezogene Daten, die zum Modellieren genutzt werden
- Nicht optional: Google verlangt für EU-Kampagnen inzwischen Consent Mode V2
- Läuft zusammen mit einer CMP (Consent Management Platform), die die tatsächlichen Entscheidungen der Nutzer erfasst
Was Consent Mode V2 macht
Wenn ein Nutzer auf deiner EU-Seite landet, erfasst deine CMP seine Einwilligungen. Consent Mode V2 ist das Protokoll, das diese Entscheidungen an Googles Tags (gtag, GTM, Google Ads, Floodlight, GA4) weitergibt und ihnen sagt, wie sie sich verhalten sollen.
Die vier Pflichtsignale (mit V2 hinzugekommen):
ad_storage: dürfen Werbe-Cookies gesetzt werden?analytics_storage: dürfen Analytics-Cookies gesetzt werden?ad_user_data: dürfen Nutzerdaten für Ads an Google gesendet werden?ad_personalization: dürfen Daten für personalisierte Ads genutzt werden?
Jedes kann granted oder denied sein. Googles Tags lesen den Status und passen ihr Verhalten entsprechend an.
Was bei verweigerter Einwilligung passiert
In einer Welt vor Consent Mode hieß eine abgelehnte Cookie-Einwilligung: das Pixel feuerte gar nicht und Google sah nichts. Mit Consent Mode V2:
- Es werden keine personenbezogenen Daten gesendet, wenn die Einwilligung verweigert wird
- Ein kleiner „Consent-denied-Ping“ feuert trotzdem und sagt Google, dass ein Event stattgefunden hat (aber ohne Identifier)
- Google modelliert die fehlenden Conversions, indem es von den einwilligenden Nutzern auf die Kohorte ohne Einwilligung extrapoliert
- Du bekommst weiterhin Conversion-Reporting: modelliert, nicht gemessen, aber nützlich für die Optimierung
Die Modellierung ist unvollkommen (es ist eine statistische Schätzung), aber weit besser als die Null, die du ohne Consent Mode bekämst.
Warum V2 zur Pflicht wurde
Google hat Consent Mode V2 im März 2024 zur Pflicht gemacht, weil DSGVO plus der Digital Markets Act der EU eine granularere Einwilligung erzwungen haben. Die beiden neuen Signale (ad_user_data, ad_personalization) existieren gezielt, um EU-Nutzern getrennte Kontrolle über Datenübertragung und Personalisierung zu geben.
Google Ads in der EU seither ohne Consent Mode V2 zu betreiben, bedeutet:
- Keine neuen EU-Audiences möglich
- Keine Nutzung von EU-Daten für Personalisierung
- Reduzierte Reporting-Genauigkeit
Wie du es umsetzt
Drei Teile müssen zusammenpassen:
- Eine CMP: Cookiebot, OneTrust, Iubenda, Usercentrics oder ähnlich. Erfasst die Entscheidungen der Nutzer.
- CMP-Google-Integration: die CMP schreibt den Consent-Status in der Form in den
dataLayer, die Google erwartet. - Google Tag: liest
dataLayer.consentund passt sein Verhalten pro Signal an.
Das Setup ist ziemlich mechanisch. Der schwierigere Teil ist, sicherzustellen, dass CMP und Google Tag korrekt verdrahtet und getestet sind.
Häufige Fehler
- Alle vier Signale unabhängig von der tatsächlichen Einwilligung auf
grantedsetzen. Verstößt gegen die DSGVO. Auditierbar. - Den
default-Status vergessen. Consent Mode braucht einen initialendefault-Consent-Status (in der EU typischerweisedenied), bevor der Nutzer mit dem Banner interagiert. - Nicht mit verweigerter Einwilligung testen. Der Fallback-Pfad mit modellierten Conversions ist die Stelle, an der die meisten Setups still kaputtgehen. Teste beide Zustände ausdrücklich.
FAQ zu Consent Mode V2
Was ist Consent Mode V2?
Consent Mode V2 ist Googles Framework, um die Einwilligung der Nutzer an seine Ad- und Analytics-Dienste zu übertragen. Es überträgt vier Signale: ad_storage, analytics_storage, ad_user_data, ad_personalization, damit Googles Tags wissen, was sie tun dürfen.
Ist Consent Mode V2 Pflicht?
Ja, für EU-Kampagnen. Google verlangt Consent Mode V2 seit März 2024, wenn du Anzeigen an EU-Nutzer ausspielst. Ohne ihn verlierst du in Google Ads Audience- und Personalisierungs-Features.
Was passiert, wenn die Einwilligung verweigert wird?
Es werden keine personenbezogenen Daten gesendet, aber Google erhält weiterhin einen kleinen Consent-denied-Ping. Google nutzt diese Pings, um die fehlenden Conversions statistisch zu modellieren, sodass die Reporting-Genauigkeit auch ohne einwilligende Nutzer teilweise erhalten bleibt.